Therapie gegen die trockene Scheide - Estriol “vor Ort”

Sehr geehrte Patientin,
neben vielen anderen Aufgaben sind Estrogene auch für den Aufbau der Haut und Schleimhäute verantwortlich. Estrogene fördern die Durchblutung und Spannkraft und gewährleisten damit die Stabilität und Funktionsfähigkeit des Gewebes.

Mit dem Eintreten der Wechseljahre und dem damit verbundenen Estrogenmangel kann es deshalb auch zu unerwünschten Erscheinungen im Bereich der Scheide und im Harntrakt kommen. Die Haut und auch die Schleimhaut werden dünner, trockener und weniger elastisch. Dies führt zur Trockenheit der Scheide sowie zu Juckreiz und Brennen. Es treten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf, ebenso ist die Infektabwehr in der Scheide vermindert. So können sich Keime vermehren und es kommt zu häufigen Scheiden- und Harnwegsinfektionen. Der Estrogenmangel führt darüber hinaus zu Funktionsstörungen der Blase. Die Folgen können eine Reizblase und häufiger Harndrang bis hin zum unfreiwilligen Harnabgang (Harninkontinenz) sein.

Bei der Behandlung dieser Beschwerden werden Vaginalzäpfchen oder Cremes mit dem natürlichen Estrogen Estriol bevorzugt eingesetzt. Deshalb wird dieses von mir besonders empfohlen. Im Gegensatz zum Estrogen Estradiol hat
Estriol nur eine schwache Wirkung auf den gesamten Organismus, ist jedoch für die Behandlung der Beschwerden besonders gut geeignet. Es hat praktisch keine Wirkung auf die Brust und auch keine stärkende Wirkung auf die Knochen. Durch die „vor Ort“ Anwendung wird die Wirkung des Estriols gezielt auf die Scheide und den Harntrakt begrenzt.

Von den Scheidenzäpfchen oder der Scheidencreme reicht häufig
1 Therapie pro Woche - abends.


Einige Frauen brauchen auch 2x pro Woche.

Auch das ist niedrig dosiert, reicht aber, das ja eine Therapie „vor Ort“ ist.

Bei einigen Frauen kann es bei den ersten Anwendungen zum Brennen in der Scheide kommen. Durch das Estriol wird die Durchblutung angeregt. Ist die Scheide sehr trocken, wird die Durchblutung sehr stark angeregt. Dieses wiederum können Sie als Brennen verspüren. Mit der Zeit kräftigt sich das Gewebe und es brennt nicht mehr.

Kommen Sie mit den Zäpfchen zurecht, holen Sie bitte bei Packungsende ein neues Rezept bei uns und setzten die Behandlung fort. Eine Kontrolluntersuchung sollte jährlich durchgeführt werden - wir bieten Ihnen eine halbjährliche Kontrolle an.

Haben Sie weitere Fragen zur Behandlung, werden wir sie Ihnen gerne beantworten.

Gute Besserung wünscht Ihnen
Dr. med. Jochen Langwasser vom Uro-Gyn-Zentrum Wuppertal - Wall

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