Im Laufe der Schwagerschaft tauchen viele Fragen auf

Hier sollen einige kurz beantwortet werden.
 Dieses ersetzt nicht die persönliche Beratung im Einzelfall durch Ihren Gynäkologen.

  • Alkohol

  • Ambulante Geburt
  • Antibiotika

  • Beschwerden
  • 
Blutungen
  • 
Fieber

  • Hämorrhoiden

  • Hausgeburt

  • Kindstod

  • Plazenta

  • Rauchen

  • Reisen

  • Rhesusfaktor
  • 
Schwangerschaftsdauer und -alter

  • Vornamen

  • Wehen

  • Stillen - wunde Brustwarzen

Alkohol

Ganz einfach: Kein Alkohol in der Schwangerschaft.
 Es gibt keinen Schwellenwert für Alkoholkonsum, unter dem es sicher keine Alkoholschädigung des Babys gibt.

Ambulante Geburt

Gleich nach der Entbindung mit dem Baby nach Hause. Manche Frauen wünschen sich zwar für die Entbindung die Sicherheit einer Klinik, möchten die Tage danach aber lieber in den eigenen vier Wänden statt im Krankenhauses verbringen. In allen Entbindungsstationen ist eine solche "ambulante" Geburt heute möglich. Sie muß allerdings gründlich vorbereitet werden.

Zuerst sollten Sie Ihren Wunsch mit uns besprechen. Dr. Langwasser war Oberarzt in einer Klinik, die als erste in Essen die ambulante Geburt angeboten hat. Denn manche Krankheiten der werdenden Mutter (z.B. Diabetes mellitus) können dem Plan im Weg stehen, weil bei der Geburt oder danach Komplikationen zu befürchten sind. Und auch die Klinik sollte schon bei der Anmeldung informiert werden.

Wenn das Baby gesund ist und die Mutter die Entbindung ohne operative Eingriffe oder andere Komplikationen überstanden hat, darf die junge Familie nach zwei, in manchen Kliniken auch erst nach 24 Stunden, nach Hause fahren.

Organisatorische Vorbedingungen für eine ambulante Geburt: Die Wochenbettpflege durch eine Hebamme muß bereits in der Schwangerschaft organisiert werden und ein Kinderarzt muß vorhanden sein. Die Adressen von Hebammen bekommen Sie bei uns.

Antibiotika

Bei bakteriellen Infektionen sind Antibiotika wirksam. Auch in der Schwangerschaft können Penicilline und Cephalosporine genommen werden. Einige andere Antibiotika sind bei dringender Notwendigkeit auch möglich, andere sind verboten. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt - bei Fragen können Sie sich auch an uns wenden.

Beschwerden

Einige Informationen und Hilfen gegen die unangenehmen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft

  • Übelkeit und Erbrechen. Harmlos, solange Sie dadurch nicht an Gewicht verliert. Die Beschwerden lassen meist Anfang des vierten Monats nach. Bewährtes Hausrezept: Morgens im Bett frühstücken und danach noch etwas liegen bleiben, tagsüber viele kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Essen Sie, was Sie mögen. Bei häufigem Erbrechen unbedingt den Arzt aufsuchen.
  • Blasenschwäche. Schon in den ersten Monaten können viele Schwangere nicht mehr durchschlafen, weil sie plötzlich nachts zur Toilette müssen. Der Grund: Durch die Schwangerschaftshormone wird mehr Wasser im Körper angereichert. In den letzten Monaten drückt zusätzlich der Kopf des Kindes oft auf die Blase. Besonders lästig ist es, wenn das Kind in Beckenendlage/Steißlage liegt und fleißig auf der Blase herumtrampelt.
  • Darmträgheit. Eine relativ häufige Störung. Drei Tage ohne Stuhlgang gelten aber noch als normal. Ansonsten helfen vernünftige Ernährung und natürliche Abführmittel wie Weizenkleie, Leinsamen, Backpflaumen oder lösliche Ballaststoffe (Apotheke). Wichtig ist daß Sie reichlich trinken.
  • Krampfadern. Wer zu Krampfadern neigt, sollte während der Schwangerschaft nicht lange stehen, möglichst viel Hausarbeit im Sitzen erledigen, viel barfuß laufen oder Spezialstrümpfe tragen. Günstig ist es auch, so oft wie möglich die Beine hochzulegen.
  • Kreuzschmerzen. Die Wirbelsäule wird während der Schwangerschaft stark und einseitig belastet. Dadurch kommt es bei vielen Frauen zu Kreuzschmerzen. Oft helfen Schwimmen und spezielle Schwangerschaftsgymnastik.
  • Wadenkrämpfe. Sie sind unangenehm, aber harmlos. Eventuell können durchblutungsfördernde Salben helfen. Sind die Wadenkrämpfe auf Magnesiummangel zurückzuführen, helfen Magnesiumtabletten.
  • Geschwollene Füße. Schwellungen der Füße (manchmal auch der Hände) sind in der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches. Wenn die Schwellungen morgens nicht abgeklungen sind, sollten Sie mit mir darüber sprechen. Es besteht das Risiko einer sogenannten Schwangerschaftsvergiftung (Gestose).
  • Sodbrennen. Darunter leiden Schwangere häufig. Die inneren Organe der Mutter verschieben sich nach oben manchmal gelangt Magensäure in die Speiseröhre. Werdende Mütter sollten vorbeugen, indem sie auf stark gewürzte oder frittierte Speisen, Hefe und Schmalzgebäck sowie Kaffee verzichten. Dann wird weniger Magensäure produziert.

Blutungen

Sie sind immer ein Alarmsignal,
 aber meist keine Bedrohung für das Baby.
Eine Blutung in der Schwangerschaft, und sei sie noch so gering, ist immer ein Grund, sofort unsere Praxis aufzusuchen. Ist der eigene Gynäkologe, etwa am Wochenende, nicht erreichbar, helfen die Krankenhäuser. Mit Ultraschall kann überprüft werden, ob die Fruchtanlage heil ist und das Herz des Babys schlägt dann kann die werdende Mutter beruhigt sein.

Nach Schätzungen der Ärzte hat jede vierte Frau heute in der Frühschwangerschaft meist geringe, vorübergehende Blutungen. Meist sind leichte Blutungen ein Hinweis darauf, daß sich die werdende Mutter jetzt mehr schonen sollte. Nach ein paar Tagen Ruhe ist fast immer alles wieder in Ordnung.

Neben Ultraschall klärt auch die vaginale Untersuchung die Ursache einer Blutung. Manchmal erkennt der Arzt dabei eine Entzündung des Gebärmutterhalses. Bei einer Blutung wird vorübergehend Enthaltsamkeit verordnen. Der Entwicklung des Ungeborenen schaden Blutungen aus der Schleimhaut des Gebärmutterhalses nicht! Es kann sich auch um eine Blutung aus dem Bereicht der Plazenta handeln. Hier muß ein zusätzliches individuelles Vergehen besprochen werden.

Gestose

Eine Krankheit, die nur werdende Mütter bekommen. Acht bis zehn Prozent aller Frauen "vertragen" ihre Schwangerschaft nicht. Sie bekommen eine so genannte Gestose Volkstümlich wird dieses Schwangerschaftsvergiftung genannt. Mediziner nennen sie nach den Symptomen auch EPH-Gestose (Edema = Ödeme, Proteinurie = Eiweißausscheidung im Urin, Hypertonie = Bluthochdruck).

Betroffen sind vor allem junge Frauen bei der ersten Schwangerschaft. Erhöht ist das Risiko aber auch, wenn die Frau Mehrlinge erwartet oder schon vor der Schwangerschaft ein Nierenleiden oder zu hohen Blutdruck hatte. Akut wird eine Gestose fast immer erst im zweiten Drittel der Schwangerschaft. Erste Anzeichen sind häufig Schwellungen: Finger oder Füße werden dick. Die beiden anderen Alarmsignale: Der Blutdruck steigt auf über 140/90 an. Oder es findet sich deutlich vermehrt Eiweiß im Urin. Weitere Alarmzeichen sind Kopfschmerzen oder Flimmern vor den Augen. 
Die Ursachen der Gestose sind noch weitgehend unbekannt. Aber man vermutet einen Zusammenhang mit der Ernährung oder einer Disposition.

Die Krankheit ist deshalb so gefährlich, weil der Stoffwechsel der Mutter irgendwann zusammenbrechen kann und es zu einem Krampfanfall führen kann. Frauen mit Gestose müssen auf jeden Fall behandelt werden. 
Bei reinen Ödemen, also Wassereinlagerungen, können Reis-Obst-Tage hilfreich sein.
 Verboten sind Entwässerungstabletten. Auch das früher ausgesprochene Salzverbot ist überholt, denn die Nieren brauchen Mineralstoffe, um richtig arbeiten zu können. Ein erhöhter Blutdruck kann mit Tabletten gesenkt werden. Ist dieses nicht ausreichend, muß eine Einweisung in die Klinik erfolgen.

Fieber bei einer Erkältung

Wenn bei Fieber, z.B. aufgrund eines grippalen Infektes, Wadenwickel nicht helfen oder nicht möglich sind, kann in der Schwangerschaft Paracetamol 500 genommen werden.
Bis zur 12. Woche und nach der 28. Woche sollte kein Aspirin, ASS genommen werden.

Hämorrhoiden

Sehr häufig sind Hämorrhoidenprobleme in der Schwangerschaft. Durch die hormonelle Umstellung wird der Darm selbst träger und neigt zu Verstopfung und der Stuhl wird fester. Hilfreich ist eine Stuhlregulierung mit ballaststoffreicher Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr (Trinken) sowie körperlicher Bewegung.

Zur lokalen Therapie gibt es Salben oder Zäpfchen, die etwas Linderung bringen, aber keine wirkliche Heilung. Bei hartem Stuhlgang helfen Glycerin-Zäpfchen aus der Apotheke, z.B. Glycerin Lichtenstein.

Hausgeburt

Unter welchen Bedingungen Frauen ihr Kind zu Hause auf die Welt bringen können.
Vorteile einer Hausgeburt: Die Mutter bleibt in vertrauter Umgebung und muß sich für die Entbindung nicht von den schon vorhandenen Kindern trennen. Und das Wichtigste: Sie hat ihr Baby vom ersten Tag an ungestört bei sich.
Nachteile einer Hausgeburt: Man kann den Geburtsverlauf nie mit Sicherheit vorherbestimmen. Zwar sind rund 85 Prozent aller Entbindungen problemlos, aber auch nach einer normalen Schwangerschaft und selbst zu einem normalen Geburtstermin können plötzlich Schwierigkeiten einsetzen (das Baby dreht sich in letzter Minute in eine falsche Lage, starke Blutungen, zu schwache Wehen, Abfall der kindlichen Herzfrequenz).

In der Bundesrepublik gehen rund 98 % aller Schwangeren zur Entbindung in die Klinik.

Folgende fünf Voraussetzungen sollten nach Meinung der deutschen Hebammenverbände bei der Hausgeburt erfüllt sein:

  1. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen während der gesamten Schwangerschaft.
  2. Aus der Vorgeschichte und den Befunden in der Schwangerschaft muß klar erkennbar sein, dass es keine Komplikationen gab.
  3. Ein Arzt sollte bereit sein, im Notfall zu kommen.

  4. Die Wohnung muß so groß sein, dass die Geburt in einem separaten Zimmer stattfinden kann, in dem die Mutter auch nachher liegt und sich erholt.
  5. Krankenwagen und Klinik müssen schnell erreichbar sein.

Ich habe im meiner langjährigen Tätigkeit in der Geburtshilfe immer wieder Situationen erlebt, bei denen nach völlig unkomplizierten Geburtsverlauf Probleme für das Kind oder die Mutter auftraten. Diese aus 'heiterem Himmel' kommenden Gefahren konnten nur mit den in der Klinik zur Verfügung stehenden Mitteln sofort behoben werden.
Es ist wie immer im Leben: Solange alles gut geht, ... Dann ist die Hausgeburt sicher für alle schöner. Wir empfehlen Ihnen eine gute Alternative: Die Ambulante Geburt.

Kindstod

Der plötzliche Kindstod steht in vielen Zeitschriften. 
Nach neuesten Untersuchungen von 2004 gibt es mehrere Risikofaktoren für das Kindssterben in dem 1. Lebensjahr.


Daraus ergeben sich die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen:


  • Säuglinge nicht in Bauchlage schlafen lassen und der Gebrauch geeigneter Bettutensilien (keine Kissen, Schlafsack)

  • kein gemeinsames Schlafen von Babys und Erwachsenen in einem Bett 
- wohl im Schlafzimmer, aber in einem eigenem Bett!

  • keine rauchenden oder Alkohol trinkenden Müttern.


Weitere Risikofaktoren sind:


  • Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft

  • Extreme Wärme während des Schlafs (gute Raumtemperatur circa 18°C)
  • 
Geburtsgewicht kleiner 2500 Gramm

  • Junge Mutter, jünger als 20 Jahre
Mutter lebt alleine.


Hieraus resultierende Fragen bespreche ich gerne mit Ihnen.

Plazenta

Der Mutterkuchen versorgt das ungeborene Kind mit Nahrung. Die Plazenta, auch Mutterkuchen oder Nachgeburt genannt, ist ein tief dunkelrotes Zellgebilde, das wie ein Schwamm an der Gebärmutterwand hängt. Gegen Ende der Schwangerschaft ist die Plazenta rund 500 Gramm schwer, zwei bis vier Zentimeter dick und hat einen Durchmesser von rund 20 Zentimetern, durch die Nabelschnur ist sie mit dem Kind verbunden.

Die Plazenta hat drei wichtige Funktionen:


  1. Sie hält eine Art Luxusversorgung für das wachsende Ungeborene bereit: ein konzentriertes Angebot an mütterlichem Blut, von dem sich das Baby über die Nabelschnur ständig neuen Sauerstoff und Nährstoffe holt.

  2. Sie hält viele Schadstoffe und Krankheitserreger zurück und übernimmt viele Schlackenstoffe aus dem kindlichen Organismus.

  3. Sie produziert Hormone, die für die Schwangerschaft wichtig sind.
Kurz nach der Geburt löst sich die Plazenta normalerweise von selbst von der Gebärmutter und wird zusammen mit den Resten der Nabelschnur ausgestoßen. Diese "Nachgeburt" wird stets sorgfältig untersucht.

Arbeitet die Plazenta nicht richtig, dann wird das Kind nicht mehr ausreichend versorgt. Es bleibt in seinem Wachstum zurück.
Zunächst wächst nur der Körper nicht weiter, der Kopf dagegen entwickelt sich normal. Das liegt daran, dass das Kind den Nähr- und Sauerstoffmangel kompensiert, indem es auf ein "Notaggregat" umstellt. Herz, Gehirn und Nebennieren werden weiterhin ausreichend versorgt.

In etwa 80 Prozent werden Probleme des Ungeborenen über Ultraschall bei den üblichen Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Schwangere, bei deren Babys eine Wachstumsverzögerung festgestellt wurde, werden von uns kurzfristig kontrolliert und gegebenenfalls zu einer Spezialpraxis (im allgemeinen die Praxis von Dres. Dutar und Hagemann) überwiesen. Dort wird versucht, die Ursache herauszufinden. Mit einem Ultraschall-Doppler-Gerät kann der Arzt den Blutfluß in den mütterlichen Gefäßen messen, um zu prüfen, ob sie die Plazenta ausreichend versorgen.
 Eine weitere wichtige Untersuchung ist das CTG.

Bei schweren Störungen der Plazenta und einem Entwicklungsrückstand des Babys versuchen die Ärzte, den Blutfluß innerhalb der Plazenta und die Aufnahmefähigkeit des Kindes zu verbessern.

Die wichtigste Maßnahme, dem Kind über die Plazenta eine bessere Durchblutung zukommen zu lassen, ist das die restlichen Tätigkeit der Mutter reduziert wird: körperliche Schonung, Bettruhe.
 Ganz wichtig: Rauchverbot.
 Manchmal wird noch eine wehenhemmende Therapie zusätzlich durchgeführt, um die Gebärmutter ruhig zu stellen.
 Bei sehr kleinen Kindern muß die Überwachung in der Klinik erfolgen.

In einer von 150 Schwangerschaften kommt es vor, daß die Plazenta vor dem Muttermund oder zu weit unten in der Gebärmutter liegt. In diesen Fällen kann es am Ende der Schwangerschaft oder während der Geburt zu einer starken Blutung kommen. Meist hilft da nur ein Kaiserschnitt.

Rauchen

Schwangere sollten auf Zigaretten ganz verzichten. Viele Babys von Raucherinnen kommen zu schwach und zu leicht auf die Welt. Bei zehn und mehr Zigaretten am Tag beträgt der Anteil der "Leichtgewichte" 16,7 Prozent also fast doppelt so viel wie bei Nichtraucherinnen!

Babys von Raucherinnen sind in den ersten Lebensjahren anfälliger für Erkrankungen der Atemwege. Es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass diese Babys häufiger mit Herzschäden oder Mißbildungen am Gaumen zur Welt kommen. Babys von rauchenden Müttern zeigen nach der Geburt regelrechte Entzugserscheinungen. Sie sind oft sehr unruhig und schreien häufiger.

Mit dem Rauchen steigt das Risiko einer Fehlgeburt oder Frühgeburt. Durch Gefäßveränderungen in der Plazenta besteht zudem die Gefahr, dass sich der Mutterkuchen vorzeitig von der Gebärmutterwand löst. Ärzte raten deshalb, das Rauchen in der Schwangerschaft ganz aufzugeben. Noch besser wäre es, wenn Frauen bereits dann aufhören, wenn sie in absehbarer Zeit eine Schwangerschaft planen.

Reisen

In den letzten Wochen kann es beschwerlich werden. Am günstigsten für eine Ferienreise ist die Zeit zwischen dem vierten und achten Monat. Von längeren Reisen in den ersten drei, vier Monaten ist dagegen abzuraten. Das gilt besonders für Frauen, die früher schon eine Fehlgeburt hatten. Ungünstig sind auch die letzten beiden Monate - der dicke Bauch stört dann meist beträchtlich die Urlaubsfreunden.

Fliegen ist für Schwangere sicher die bequemste Art zu reisen. Es ist ab dem achten Monat nicht unbedingt zu empfehlen. Manche Fluggesellschaften verlangen in der Schwangerschaft ein ärztliches Attest. Sie sollten auf jeden Fall einen Sitzplatz am Gang und im Nichtraucherbereich buchen. 
Wenig strapaziös sind auch Bahnreisen. Die Schwangere kann jederzeit aufstehen und sich die Beine vertreten.
Längere Autoreisen sind dagegen nicht zu empfehlen. Nach etwa 2 Stunden Fahrt sollte eine richtige Pause mit Aufstehen und Bewegung erfolgen.

Die größte Gefahr ist eine Thrombose durch das lange Sitzen in abgeknickter Haltung. Bereits am Anfang der Schwangerschaft ist das Thromboserisiko deutlich erhöht. Ich empfehle Ihnen, sich Reisekompressionsstrümpfe zu kaufen.

Einige Ärzte raten: In den letzten vier Wochen sollten Schwangere möglichst nicht mehr selbst Auto fahren. Aber auch das Mitfahren kann für eine werdende Mutter belastend sein.

Wichtig ist, sich mit einem Dreipunktgurt anzuschnallen. Die Sorge, dass der Druck des Gurtes bei plötzlichem Bremsen dem Baby schadet, ist nach Ansicht von Verkehrsexperten nicht berechtigt. Allerdings sollte die Schwangere richtig angeschnallt sein:
 Der Beckengurt muß unterhalb des Bauches (also ganz tief über den Beckenknochen) verlaufen. 
Die Rückenlehne des Sitzes (mit Kopfstütze) darf nicht zu stark nach hinten geneigt sein, weil sonst die Gefahr besteht, dass der Gurt beim Bremsen auf den Bauch rutscht und auf die Gebärmutter drückt.
Sprechen Sie uns bitte vor einer geplanten Reise oder Urlaub an.

Rhesusfaktor

Auf den roten Blutkörperchen sind sogenannte Blutgruppenmerkmale vorhanden. Bekannt sind A-B-O und Rhesus positiv oder negativ. Es gibt noch etliche weitere Merkmale, die hier für Sie nicht interessant sind. Ungefähr 85 Prozent der weißen Bevölkerung haben den Rhesusfaktor positiv im Blut. Wer diesen Faktor hat, ist Rh-positiv; die anderen 15 Prozent sind Rh-negativ. Soweit bekannt, spielt dieser Unterschied nur in zwei Fällen eine wichtige Rolle.

  1. Bei Blutübertragungen: Spender und Empfänger müssen nicht nur verträgliche Blutgruppen (A-B-O) haben, sondern auch bei Rh-positiv oder Rh-negativ übereinstimmen.
  2. Bei Schwangerschaften: Bringt eine Rh-negative Mutter ein Rh-positives Kind zur Welt (es kann diese Bluteigenschaften von seinem Rh-positiven Vater geerbt haben), kann im mütterlichen Körper eine bedrohliche Abwehrreaktion entstehen. Das Kind der ersten Schwangerschaft ist aber nicht gefährdet.
Eine Gefahr besteht jedoch dann, wenn die Rh-negative Mutter schon früher einmal Kontakt mit Rh-positiven Blut gehabt hat, und Antikörper gebildet hat, die dann die Rh-positive Blutkörperchen des Kindes zerstören können. Dieser Kontakt kann bei einer früheren Blutübertragung oder einer Schwangerschaft erfolgt sein.

Es wird am Anfang der Schwangerschaft und in der 24.-27. SSW, vor der Rhesusprophylaxe, kontrolliert, ob nicht schon solche oder ähnliche Antikörper gebildet worden sind. Diese Antikörperbestimmungen erfolgt bei allen Schwangeren.
Die mütterlichen Antikörper gegen Rh-positiv, die immer im Blut der Mutter bleiben, können bei der nächsten Schwangerschaft die roten Blutkörperchen des Kindes angreifen und ihm schwere Schäden zufügen. Heute kann man aber die Bildung solcher Antikörper auf einfache Weise verhindern: Bei Rh-negativen Schwangeren wird bereits ab der 27. Woche vorbeugend Anti-D-Globulin gespritzt, die Rhesusprophylaxe.

Die Rhesusprophylaxe erfolgt bei Rh-negativen Müttern ebenfalls bei einer Fehlgeburt, einer Fruchtwasserentnahme und bei Rh-positiven Kindern nochmals nach der Geburt. Deshalb wird bei allen diesen Kindern die Blutgruppe bestimmt.

Schwangerschaftsalter und -dauer

Wann beginnt die Schwangerschaft – wann beginnt das Leben? Diese Frage beschäftigt viele – Eltern, Ärzte, Philosophen und Juristen.
Medizinisch beginnt die Schwangerschaft mit der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle, meist im Eileiter. Wir sprechen von der Konzeption oder lateinisch conception, der Befruchtung. Die Eizelle hat eine Lebensdauer von etwa 12 Stunden, die Spermien überleben 3 bis maximal 5 Tagen (nach dem Geschlechtsverkehr).


Bei der Festlegung des Schwangerschaftsalters wissen wir nicht immer den Tag des Geschlechtsverkehrs und schon gar nicht den Tag der Befruchtung. Aus den Berichten der Frauen ist zumeist der erste Tag der letzten Menstruation bekannt. Dieses war auch früher schon bekannt. Deshalb berechnen wir das Schwangerschaftsalter traditionell ab 1. Tag der letzten Periodenblutung (Menstruation). Ausführlich sprechen wir Ärzte dann von z.B. der 7. Schwangerschaftswoche post menstruationem (7. SSW p.m.). Dabei gehen wir von der Voraussetzung aus, das der Eisprung immer 14 Tage nach dem Blutungsbeginn erfolgt. Ich lege das Schwangerschaftsalter mittels 2 Ultraschalluntersuchungen im Abstand von 5-10 Tagen fest, da alle Kinder in den ersten Monaten gleich wachsen. So ergibt sich beim Nachrechnen häufig eine anderer Tag der letzten Blutung als es in Wirklichkeit war – das stört aber nicht, da uns der Geburtstermin interessiert. Korrekt kann das Schwangerschaftalter auch ab der Befruchtung mit der Abkürzung p.c. (post conceptionem) angegeben werden; das ist aber nicht gebräuchlich und wird deshalb von mit nicht verwendet.

Wie lange dauert nun die Schwangerschaft?

Genau 280 Tage p.m.!
 Das sind 40 Wochen oder 9 Kalendermonate a 31 Tage oder 10 Mondmonate a 28 Tage. 
Ich rechne beim Schwangerschaftsalter in der Regel in Wochen – nicht in Monaten, weil es dann immer Differenzen gibt: Kalendermonate oder Mondmonate ?
Gebräuchlich sind die Mondmonate. Zur schnellen Orientierung habe ich eine Gegenüberstellung von Wochen und Monaten in einer Tabelle vorgenommen.

Um die Verwirrung noch zu vergrößern, können die Ärzte von laufenden Wochen oder von abgeschlossenen Wochen plus soundsoviel Tagen sprechen.
Ich rechne für Sie in laufenden Wochen – die Schwangerschaft dauert 40. Wochen. Sie beginnt eigentlich erst mit der 3. Woche.
 Ab der 41. SSW sprechen wir von einer rechnerischen Übertragung. Die meisten Kinder kommen plus / minus 14 Tage um den errechneten Geburtstermin zur Welt.
Alles verstanden – oder etwa noch Fragen? Gerne!

Verstopfung

Quälende Darmträgheit und Verstopfung belasten etwa ein Drittel aller Schwangeren. Damit gehört das Krankheitsbild zu den häufigsten Beschwerden im Darm-Trakt der werdenden Mutter. Frauen produzieren während der Schwangerschaft mehr weibliche Geschlechtshormone als normal. Diese unterstützen einerseits die Schwangerschaft, andererseits verlangsamen sie auch die Darmtätigkeit. Die vermehrt gebildeten weiblichen Geschlechtshormone hemmen die Bewegungen der gesamten inneren Muskulatur, und schützen den Fötus in der Gebärmutter vor Kontraktionen und Erschütterungen. Dies gilt selbstverständlich auch für die Darmwand, deren Kontraktionen für eine regelmäßige Verdauung notwendig sind. Außerdem besteht die Vermutung, dass veränderte Ess- und Trinkgewohnheiten sowie mangelnde Bewegung vor allem während des letzten Schwangerschaftsdrittels und die Einengung des Darms durch die vergrößerte Gebärmutter Ursache für eine gestörte Verdauungsarbeit sind.

Die Behandlung der Schwangerschaftsverstopfung sollte unbedingt mit dem Frauenarzt erörtert werden. Die Einnahme von Abführmitteln auf eigene Faust ist während der Schwangerschaft absolut tabu. Dies gilt auch für die rezeptfreien "sanften" Abführhilfen. Bestimmte Inhaltsstoffe können vorzeitige Kontraktionen der Gebärmutter auslösen und bergen daher ein hohes Risikopotenzial für eine Frühgeburt. Wie viel und welche Art von Sport und Bewegung geeignet ist oder ob in hartnäckigen Fällen zum Beispiel Backpflaumen, Feigen, Rhabarber oder auch eine Magnesium-Substitution hilfreich sein können, entscheiden Frauenarzt und Schwangere gemeinsam.

Vornamen

Was zu tun ist, damit das Kind zu seinem Namen kommt. Theoretisch kann ein Kind beliebig viele Vornamen bekommen. Als üblich gelten jedoch nicht mehr als vier Namen. Bei mehreren Vornamen muss der Rufname nicht mehr festgelegt werden. Das Kind kann also später selbst entscheiden, wie es gerufen werden will.
 Sind Namen durch einen Bindestich verbunden, gehören diese beiden Namen immer untrennbar zusammen.

Geht aus dem Vornamen nicht eindeutig hervor, ob er ein Jungen- oder Mädchenname ist, muß ein zweiter, eindeutiger Vorname angefügt werden. Auch Eltern, die mit einem sehr ausgefallenen Namen Originalität und Individualität ihrer Kinder hervorheben möchten, müssen in Deutschland mit Einschränkungen rechnen.

Die Standesämter lassen nämlich, (zum Glück für das Kind) nicht alle Namensideen junger Mütter und Väter zu. So wurden Vorschläge wie Verleihnix (der stinkende Fischhändler aus Asterix), Störenfried, Crazy Horse oder Grammophon (!) von deutschen Standesämtern und Gerichten abgelehnt. Erstaunlich: Vornamen wie Windsbraut und Ingwer (!) hielten dagegen bei einer Klage dem Urteil der Gerichte stand.

Wenn Eltern einen Namen wählen, der dem Standesbeamten nicht geläufig ist, gibt es mehrere Wege, um zu beweisen, daß er existiert:


  • Ein Buch oder einen Kalender, in dem dieser seltene Name verzeichnet ist, als Beweisstück vorlegen.

  • Bei ausländischen Namen von der Botschaft des Landes eine schriftliche Bestätigung erbitten.

  • Das zuständige Amtsgericht entscheiden lassen.

Die 10 Lieblingsvornamen Wuppertaler Eltern 2007:
Mädchen:
Marie, Sophie, Anna, Lena, Maria, Laura, Leonie, Amelie, Lara, Charlotte.
Dies Liste ist seit 2003 fast identisch, nur Amelie hat Julia ersetzt.
Jungen: Leon, Luca, Alexander, Lukas, Jan, Maximilian, David, Paul, Niklas, Justin.
2003 waren hier noch Tim, Alexander und Maurice mit dabei.

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache ermittelt jedes Jahr, welche Rufnamen am beliebtesten sind. 2007 war die bundesweite Hitliste folgende:
Bei den Mädchen: Marie, Sophie/Sofie, Maria, Anna/Anne, Leonie, Lena, Johanna, Charlotte, Hannah/Hanna, Sophia/Sofia
Bei den Jungen: Leon, Maximilian, Alexander, Paul, Luca, Lukas/Lucas, Felix, David, Jonas
Eine umfangreichere Zusammenstellung ist auf der Seite der Gesellschaft für Deutsche Sprache.

Wehen

Was die sechs Arten von Wehen im Körper bewirken. Wehen sind Kontraktionen (Zusammenziehungen) der Gebärmutter-Muskulatur, Aber nicht jedes Hartwerden des Bauches bedeutet, dass die Geburt beginnt.

  • SCHWANGERSCHAFTSWEHEN

    Sie werden auch "Vorwehen" genannt und trainieren die Muskeln der Gebärmutter. Sie sind so leicht, dass die Schwangere sie nicht als schmerzhaft empfindet. Stark ziehende Schmerzen im Bauch oder Kreuz können aber ein Anzeichen für eine drohende Fehl oder Frühgeburt sein  in diesem Fall bitte sofort den Arzt verständigen.
  • SENKWEHEN

    Etwa sechs bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin (beim zweiten Kind häufig auch später) beginnt ein leichtes Ziehen im Kreuz: Senkwehen schieben das Kind nach unten, der Kopf tritt in das kleine Becken ein, der Bauch senkt sich. Die Senkwehen kommen in unregelmäßigen Abständen und hören bald wieder auf.
Durch das Senken des Bauches wird die Atmung wieder leichter.
  • ERÖFFNUNGSWEHEN
    Während der ersten Phase der Geburt zieht sich die Gebärmutter rhythmisch zusammen, bis der Muttermund auf zehn Zentimeter erweitert ist. Eröffnungswehen treten in regelmäßigen Abständen auf, die sich allmählich verkürzen. Vergehen zwischen zwei Wehen nur noch zehn Minuten und hält diese Wehentätigkeit länger als 1 Stunde an, ist es Zeit, in die Klinik zu fahren.
  • PRESSWEHEN

    Das sind die stärksten Wehen. Sie dauern etwa 45 Sekunden und treten eine halbe bis eine Stunde vor der Geburt auf. Die Frau verspürt den unwiderstehlichen Drang mitzupressen. Beim ersten Kind tritt der Kopf meist nach etwa zehn Presswehen heraus, beim zweiten genügen in dieser Phase oft schon zwei oder drei Presswehen.
  • NACHGEBURTSWEHEN
    Etwa einige Minuten bis eine halbe Stunde nach der Geburt des Kindes treten noch einmal Wehen auf. Sie lösen die Plazenta und schieben sie mit zwei bis drei Wehen heraus. Diese Nachgeburt ist ganz weich das Ablösen und Herausgleiten tut nicht weh.
  • NACHWEHEN

    Diese Wehen sind in den Tagen nach der Geburt zu spüren. Sie sorgen dafür, dass sich die Gefäße (an der Stelle, wo die Plazenta gesessen hat) verschließen und die Gebärmutter zurückbildet. Besonders intensiv sind die Nachwehen beim stillen; hierdurch wird eine schnelle Rückbildung der Gebärmutter erreicht.
 Erfahrungsgemäß sind die Nachwehen beim 2. Kind am stärksten.

Ein paar Stunden nach der Geburt ist die Gebärmutter nur noch so groß wie eine Grapefruit. Aber erst nach etwa sechs Wochen hat sie ihre ursprüngliche Größe wieder erreicht. Nach der Geburt gehen Blut, Wundsekret und Gewebeteilchen ab, der so genannte Wochenfluß. Er hat zu Beginn die Stärke einer normalen Monatsblutung, ist bei den meisten Frauen bereits nach einer Woche nur noch schwach und von gelbbräunlicher Farbe und hört nach drei bis sechs Wochen ganz auf.

Stillen - wunde Brustwarzen

Denken Sie beim Anlegen IMMER daran, dass Ihr Baby die gesamte Brustwarze inklusive Warzenhof in den Mund nimmt. 
Wechseln Sie Ihre Stillposition häufig, um eine einseitige Belastung der Brustwarze zu vermeiden.
Versuchen Sie auch mal, Ihr Baby “von hinten” anzulegen. Hierzu liegt der Hinterkopf Ihres Kindes in Ihrer hand, die Beinchen legen Sie nach hinten gestreckt zwischen Ihre Hüfte und Ihren Arm. Anfänglich ag dies vielleicht ein wenig ungewohnt sein, hilft aber häufig sehr gut.
 Möglicht viel Luft an Ihre Brustwarzen lassen!
 Nach dem Beenden des Stillens drücken Sie noch ein paar Tropfen Muttermilch heraus, verteilen diese auf Brustwarze und Warzenhof und lassen die Brust an der frischen Luft - möglichst in der Sonne - trocknen.

Dr. med. Jochen Langwasser vom Uro-Gyn-Zentrum Wuppertal - Wall

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