Scheideninfektionen und Frühgeburten

Häufiger Grund für eine Frühgeburt ist eine Infektion der mütterlichen Scheide, zum Beispiel eine "bakterielle Vaginose". Etwa jede fünfte Schwangere ist davon betroffen. Die bakterielle Vaginose geht mit einer Störung des Säurehaushalts der Scheide einher. Wird die Infektion nicht rechtzeitig erkannt, kann sie vorzeitig Wehen und eine Frühgeburt auslösen.

Die Scheidenflüssigkeit ist im Eingangsbereich aufgrund der Milchsäure deutlich sauer und wehrt damit unerwünschte Eindringlinge ab. Dieser Säuregrad wird mit dem pH-Wert angegeben. Im Normalfall liegt er zwischen 4,0 und 4,4. Höhere Werte zeigen ein gestörtes Gleichgewicht. Gewinnen gefährliche Keime durch eine Schwächung der körpereigenen Abwehr oder ungünstige äußere Bedingungen die Oberhand, läßt sich das am veränderten pH-Wert nachweisen. Der reguläre Säuregrad des Scheidenmilieus ist also ein natürlicher Schutzschild gegen gefährliche Keimbesiedlung.

Es wird empfohlen, den pH-Wert von der 13. bis zur etwa 36. SSW zu bestimmen.

Bei krankhaften Veränderungen werden in der Regel Scheidentabletten zur Ansäuerung oder antibiotisch wirksame Präparate verordnet. Die übliche Mutterschaftsvorsorge sieht ein Scheiden-pH Screening aller Schwangeren nicht vor. Wir halten diese Untersuchungen für sehr sinnvoll und führe diese auf Wunsch durch.

Die Kosten für einen Test betragen 2,50 EURO, bei voraussichtlich 9 Untersuchungen in diesem Schwangerschaftszeitraum etwa 22,50 EURO. Bei einigen Krankenkassen gehört die Selbstkontrolle des Scheiden-pH-Wertes im Rahmen eines Modellprojektes zur Kassenleistung (BEK, KKH, HMK und viele BKKs - ohne Gewähr für Vollständigkeit). 
Jede Kasse hat ihr eigenes Modellprojekt, um sich möglicherweise an den Kosten zu beteiligen.
Wenn Sie noch Fragen haben oder den Test durchführen lassen möchten, sprechen Sie uns bitte an.

Für Ihre weitere Information hier einige Risikofaktoren für eine Frühgeburt:

  • Aufsteigende Infektionen im Genitalbereich, zum Beispiel bakterielle Vaginose, aber auch Keime wie Chlamydien, Trichomonaden, Genitalherpes und Pilze
  • Starke körperliche Belastungen oder anhaltender seelischer Streß
  • Rauchen, Alkohol und andere Drogen, zuviel Kaffee
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • Nierenerkrankungen, Diabetes, Blutarmut oder Myome
  • Zwillingsschwangerschaften
  • mehrere vorhergehende Fehl- und Frühgeburten

Dr. med. Jochen Langwasser vom Uro-Gyn-Zentrum Wuppertal - Wall

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