Myome der Gebärmutter

Sehr geehrte Patientin,
möglicherweise hören Sie vom Myomen oder haben selbst welche.
 Doch was sind Myome eigentlich? Myome sind gutartige rundliche Geschwülste, die aus Gebärmuttermuskulatur und Bindegewebe bestehen. Die Muskelfasern liegen nicht mehr längs parallel, sondern haben sich in einer Art Ringformation angeordnet.
 Sie können direkt in der Gebärmutterwand sitzen, aufsitzen oder durch einen Stiel mit ihr verbunden sein (vgl. Abb.). Meist sind mehrere Myome vorhanden. Oft ist die Gebärmutter auch insgesamt durch viele, diffus verteilte Myome vergrößert.

Wie wirken sich Myome aus?

Schätzungsweise 20 von 100 Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben Myome, bei jüngeren Frauen sind sie selten. In vielen Fällen verursachen Myome keine Beschwerden und sind nicht behandlungsbedürftig.

Die Beschwerden sind je nach Größe und Lage der Myome sehr unterschiedlich. Am häufigsten sind sehr starke oder verlängerte Monatsblutungen sowie Zwischenblutungen. Der übermäßige Blutverlust kann zu Blutarmut (Anämie) führen. Die Patientin sieht blaß aus, leidet unter Atemnot, Schwindel und Kopfschmerzen.

Myome können Blutungs-, Unterbauch- und/oder Kreuzschmerzen hervorrufen. Verdreht sich ein gestieltes Myom, können Blutgefäße abgeklemmt und dadurch plötzliche heftige Schmerzen ausgelöst werden.
Große Myome können auf Nachbarorgane (z.B. Harnblase, Harnleiter, Mastdarm) drücken und Harndrang, Harnstauung oder Verstopfung verursachen.

Während einer Schwangerschaft wachsen Myome häufig stark und können dann Fehl- und Frühgeburten auslösen. Manchmal erschweren Myome auch die Befruchtung oder das Einnisten der befruchteten Eizelle. Das Risiko einer Entartung (Krebsentstehung) ist gering.

Diagnose von Gebärmuttermyomen

Erste Hinweise auf Myome geben das Beschwerdebild, sowie die sicht- oder tastbare Vergrößerung der Gebärmutter bei der gynäkologischen Untersuchung. Lage und Größe von Myomen lassen sich durch eine Ultraschalluntersuchung bildlich darstellen. Mit einer Spiegelung durch die Scheide (Hysteroskopie) kann die Gebärmutterhöhle eingesehen werden. Eine Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie) oder eine spezielle Röntgenuntersuchung empfiehlt sich, wenn die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft werden soll.

Behandlungsmöglichkeiten von Myomen

Myome können
operativ (mittels Bauchspiegelung, Gebärmutterspiegelung oder Bauchschnitt) 
 oder
medikamentös-hormonell behandelt werden. Für die individuelle Therapieplanung sind zu berücksichtigen: Sitz und Größe der Myome sowie das Alter der Patientin, Ihre Beschwerden und der Stand der Familienplanung.

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten sowie die für Sie geeignete Behandlungsstrategie werden wir mit Ihnen besprechen.

Dr. med. Jochen Langwasser vom Uro-Gyn-Zentrum Wuppertal - Wall.

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