Seminar: “Sicher fühlen” - Selbstuntersuchung der Brust

Kein Problem: Die monatliche Selbstuntersuchung der Brust

Etwa jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Am häufigsten sind Frauen zwischen 45 und 70 Jahren betroffen, doch der Anteil der jüngeren Frauen unter 40 Jahren steigt.

Was sind Risikofaktoren für eine Brustkrebserkrankung?

  • Brustkrebs bei der Mutter (Risikofaktor 2:1), bei der Schwester (2,5:1)
  • Vorangegangene bösartige Erkrankung der anderen Brust (Risikofaktor 5:1)
  • Frühe erste und späte letzte Periodenblutung, lange ohne Blutung
  • Kinderlosigkeit (Risikofaktor 23:1)
  • Kinderzahl bis 2 gegenüber mehr als 3 (Risikofaktor 2:1)
  • höheres Alter bei der 1. Geburt (> 25 Jahre)
  • Kurze Gesamtstillzeit (« 4 Wochen)
  • Alter (75 % der Mammakarzinome treten nach dem 40. Lebensjahr auf)
  • spezielle feingewebliche Veränderungen  (Risikofaktor 2-5:1)
  • spezielle genetische Veränderung (Chromosomenstörung) selten
  • Übergewicht, fettreiche Ernährung
  • regelmäßiger Alkoholkonsum, übermäßiger Nikotingenuß
  • Hormone erzeugen keinen Brustkrebs

Es gilt aber:

Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen!

Ich möchte Ihnen vermitteln, daß Sie sich und Ihnen Körper kennen lernen sollen und ihn auch beobachten können.
Wenn Sie Ihre Brust regelmäßig selbst untersuchen, gewinnen Sie die Sicherheit, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Selbstuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung. Sie ist um so wirksamer, je mehr Übung Sie darin haben. Denn mit wachsender Erfahrung können immer kleinere Veränderungen wahrgenommen werden.

Neben der Selbstuntersuchung sollten Sie in jedem Fall auch die Vorsorgeuntersuchung durch Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt nutzen.

Wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, haben Sie Anspruch auf eine jährliche Untersuchung zur Früherkennung von Krebs.
 Ab dem 30. Lebensjahr gehört das Abtasten der Brust und der Achselhöhlen und die Anleitung zur Selbstuntersuchung dazu.

Wir empfehlen, die Selbstuntersuchung einmal im Monat durchzuführen, am besten in den ersten Tagen nach der Monatsblutung. Wenn Sie keine Blutung mehr haben, dann setzen Sie sich selbst einen Termin, vielleicht am 1. jeden Monats.

Das Seminar soll dazu beitragen, Ängste abzubauen und Eigenverantwortung zu stärken. Denn nur, wer seinen Körper kennt und ernst nimmt, kann Veränderungen wahrnehmen und richtig darauf reagieren. Sie brauchen dazu nur einen Spiegel, in dem Sie Ihren gesamten Oberkörper bequem betrachten können. Hormone steuern nicht nur den weiblichen Monatszyklus, sondern beeinflussen auch das Brustgewebe. Vielleicht haben Sie es selbst schon beobachtet, daß Ihre Brust in den Tagen vor der Regelblutung größer wird, manchmal auch spannt, vielleicht sogar schmerzt. Dabei handelt es sich meistens um ganz normale, hormonabhängige Veränderungen im Brustgewebe. Darüber hinaus gibt es aber auch Veränderungen, die auf eine Erkrankung hinweisen können:

  • Hautrötungen, Hautrunzeln (Orangenhaut)
  • Hauteinziehungen, eingezogene Brustwarzen
  • Veränderungen in Form und Größe der Brust
  • Absonderung von Flüssigkeit aus den Brustwarzen
  • Vorwölbungen oder Einziehungen der Brustwarzen
  • Tastbare Knoten im Brustgewebe

Diese Veränderungen können sich als harmlos herausstellen, sie können aber auch erste Anzeichen für eine bösartige Erkrankung sein. Deshalb sollten Sie in diesen Fällen nicht lange abwarten (und sich vielleicht unnötige Sorgen machen), sondern möglichst umgehend den Arzt aufsuchen.

Die Regel heißt: Lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zuwenig!

Tastbare Knoten sind zwar ein Alarmsignal, aber keineswegs ein sicheres Zeichen für den gefürchteten Brustkrebs. Es gibt viele verschiedene Brusterkrankungen, die mit Veränderungen einhergehen, die Sie selbst feststellen können:

  • Insgesamt knotiges Drüsengewebe, meist beiderseits – oft wechselnd im Zyklus
  • Zysten in der Brust (mit Flüssigkeit gefüllte Kammern)
  • Milchzysten (nach dem Stillen)
  • Hautknötchen und Warzen, Grützbeutel (besonders in der Achselhöhle)
  • Entzündungen mit Rötung und Schmerzen
  • Sekret- oder Milchproduktion bei hormonellen Veränderungen
  • Polypen im Milchgang
  • Bluterguß nach Verletzungen
  • Narben-Reaktionen nach Operationen
  • Fibrome: Bindegewebsknoten
  • Adenome: gutartige Knoten des Drüsengewebes
  • Bösartige Veränderungen

Die meisten Knoten erweisen sich als gutartig. Das kann aber nur der Arzt nach sorgfältiger weiterer Abklärung feststellen. Bei bösartigen Veränderungen spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle: Möglichst frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung sind oft lebensrettend.

Deshalb: Nehmen Sie sich einmal im Monat, am besten kurz nach der Regelblutung oder, wenn Sie keine Periodenblutung mehr haben, am 1. des Monats, Zeit für eine gründliche Selbstuntersuchung der Brust. Mit dieser einfachen Kontrolle können Sie selbst möglichen Veränderungen frühzeitig auf die Spur kommen und gegebenenfalls rechtzeitig Ihren Arzt um Rat fragen. Die Abbildungen auf den folgenden Seiten zeigen Ihnen ganz genau, wie Ihre gründliche Untersuchung ablaufen sollte.

Sie werden sehen: Es ist ganz einfach!

Stellen Sie sich mit anliegenden Armen vor den Spiegel und betrachten Sie Ihre Brust besonders aufmerksam. Achten Sie auf Veränderungen der Brust, des Umfangs, der Form und des Aussehens der Haut oder der Brustwarzen.
Heben Sie jetzt beide Arme über den Kopf und betrachten Sie Ihre Brüste im Spiegel sowohl von vorne als auch von beiden Seiten.
Können Sie irgendwelche Hautveränderungen, Einziehungen der Brustwarzen, bisher nicht beobachte Hautfalten oder Vorwölbungen oder ähnliches feststellen?

Tasten Sie jetzt – immer noch im Stehen – Ihre Brust mit allen Fingern der flachen Hand ab. Die linke Brust wird mit der rechten Hand und die rechte wird mit der linken Hand abgetastet.
Die Tastrichtung ergibt sich aus der Abbildung unten.

Wichtig: "viel Finger"
"wandern" mit den Fingern

Tasten Sie jeweils ein Viertel der Brust ab. Im oberen äußeren Viertel ist das Gewebe meist dichter. Bemerken Sie Verhärtungen, Knötchen oder besonders empfindliche Stellen?

Die Tastrichung ergibt sich: oben-innen anfangen, nach oben-außen,
 unten-außen und dann wieder unten-innen.

Drücken Sie jeweils am Ende einer Brustuntersuchung die jeweilige Brustwarze vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger.
 Können Sie dabei beobachten, daß aus einer oder beiden Brustwarzen Flüssigkeit austritt? Wenn ja, achten Sie auf die Farbe.

Legen Sie sich jetzt bequem auf den Rücken und wiederholen Sie das Abtasten beider Brüste auf dieselbe Weise.
Während Sie im Stehen vor allem die oberen Bereiche des Brustgewebes gut abtasten können, sind es im Liegen besonders die unteren Bereiche.
 Fühlen Sie irgendwelche Veränderungen?

Zum Schuß sollten Sie noch mit den Fingern der rechten Hand in der linken Achselhöhle nach tastbaren Knötchen suchen. Das gleiche wiederholen Sie mit der linken Hand in der rechten Achselhöhle.
Am besten läßt sich die Achselhöhle tasten, wenn der Arm etwas angehoben ist.
Lymphknoten sind oft auch normalerweise fühlbar. Die Frage ist nur: Tasten Sie Knoten, wo vorher keine waren? Oder sind "bekannte" Knoten plötzlich deutlich größer geworden?

Wenn Sie eine der gestellten Fragen eindeutig mit "Ja" beantworten können, oder wenn Sie bei Ihrer Untersuchung irgendwelche Auffälligkeiten oder Veränderungen an Ihrer Brust bemerkt haben, sollten Sie möglichst umgehend einen Sprechstundentermin bei Ihrem Frauenarzt vereinbaren  als Sicherheitsmaßnahme. Wie ich vorhin schon sagte: die meisten Veränderungen sind gutartig, aber Sicherheit bringt nur die medizinische Abklärung.

Die sorgfältige Selbstuntersuchung der Brust sollte zur festen Regel werden:


Für jede Frau,

  • in jedem Alter
  • in jedem Monat!

Autor: Dr. med. Jochen Langwasser vom Uro-Gyn-Zentrum Wuppertal - Wall

Hierbei handelt es sich um das Konzept meines Vortages zu diesem Seminar. Eine weitere kommerzielle Nutzung ist nur nach Absprache mit mir möglich.
 Auf die Veröffentlichung der dazugehörigen Fotos habe ich bewust verzichtet. Ein bebilderte Version erhalten Sie gerne von mir.


Wenden Sie sich bitte direkt an mich oder an die Organisatoren des Seminars:
Infos bei der Krebsgesellschaft NRW in Düsseldorf
Telefon 0211 15760990 zwischen 9 und 12 Uhr
oder auf den Seiten www.krebsgesellschaft-nrw.de
oder per Email arning@krebsgesellschaft-nrw.de

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